Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie, des auf Cybersicherheit spezialisierten Unternehmens, hat in den letzten Monaten eine beeindruckende Rallye verzeichnet. Dennoch führte die jüngste Korrektur an der Wall Street auch hier zu teilweise deutlichen Gewinnmitnahmen. Umso gespannter waren Anleger gestern nach Börsenschluss auf die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Zunächst die positive Nachricht: Der Konzern übertraf die Erwartungen der Analysten sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz. Der Gewinn konnte im Vergleich zum Vorjahresquartal um +329,2 % gesteigert werden, während der Umsatz um +25,2 % zunahm. Dennoch verlor die Crowdstrike-Aktie im nachbörslichen Handel. Warum?
Expertenmeinung: Der Grund dafür waren verhaltene Aussichten. So dürfte der Gewinn im laufenden Quartal lediglich bei 0,64 bis 0,66 USD je Aktie liegen, während Analysten bisher mit 0,96 USD je Aktie gerechnet hatten. Für das Gesamtjahr wird ein Gewinn von 3,33 bis 3,45 USD je Aktie erwartet, womit der bisherige Konsens von 4,40 USD je Aktie klar verfehlt wird. Diese schwächeren Aussichten könnten die Aktie heute deutlich belasten. Eine wichtige Unterstützung befindet sich bei rund 335/336 USD, was als realistisches Kursziel gelten könnte.
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Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit 2013 ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
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Vorherige Analysen der Crowdstrike Holdings Aktie
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das US-amerikanische Unternehmen hat sich auf Cybersicherheitstechnologien spezialisiert. Nachdem der Konzern zuletzt im November solide Wachstumszahlen bekanntgegeben hatte, setzte sich die Rallye der Crowdstrike-Aktie in gewohnter Manier fort. Im Bereich von 335/336 USD hat sich ein solider Boden gebildet. Das letzte Kaufsignal wurde Ende Januar ausgelöst. Dies führte zu einer starken Rallye, die in der vergangenen Woche ihr vorläufiges Ende fand. Dennoch passt die Korrektur gut in das Gesamtbild der Aktie. Nach wie vor zeigt sich eine Serie von höheren Hochs und höheren Tiefs, weshalb sich der Wert weiterhin in einem Aufwärtstrend befindet.
Expertenmeinung: Die nächsten Quartalsergebnisse wird Crowdstrike am kommenden Dienstag nach Börsenschluss präsentieren. Diese dürften einen wesentlichen Einfluss auf den weiteren Kursverlauf haben. Vorerst sollten die Bullen vor allem die 50-Tage-Linie im Blick behalten, die aktuell Gefahr läuft, unterschritten zu werden. Sollte von hier aus eine Erholung nach oben gelingen, könnte sich ein technisches Kaufsignal ergeben. Falls zudem die Fundamentaldaten überzeugen, könnte sich die Rallye weiter fortsetzen. Die tatsächlichen Zahlen bleiben abzuwarten – das nächste Update folgt.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Ende November präsentierte das Unternehmen, das im Bereich Cybersicherheit tätig ist, Quartalsergebnisse, die vom Markt positiv aufgenommen wurden. Sowohl die Gewinne als auch die Umsätze lagen über den Schätzungen des Marktes.
Dennoch verlor die Crowdstrike-Aktie etwas an Wert. Dies dürfte vor allem an den ohnehin bereits starken Kursgewinnen gelegen haben. Zahlreiche Anleger nahmen vorübergehend ihre Gewinne vom Tisch. Es folgte erneut eine Annäherung in Richtung der 20-Tage-Linie. Diese wurde im gestrigen Handel von den Bullen für neue Einstiege genutzt.
Expertenmeinung: Somit setzt sich der Aufwärtstrend der letzten Monate weiter fort. Die Serie von höheren Hochs und höheren Tiefs, welche hier seit September besteht, ist beeindruckend. Solange das Tief dieser Woche und somit die Marke bei 336.56 USD nicht verletzt wird, bleiben die Bullen fest im Sattel.
Es ist davon auszugehen, dass die Aktie bald das bisherige Allzeithoch bei 398.33 USD testen dürfte. Dieses wurde im Juli erreicht und könnte das nächste mögliche Kursziel der Anleger werden. Das gestrige technische Kaufsignal dürfte neues Potenzial mit sich bringen.
Ein Supergau brachte CrowdStrike in die Schlagzeilen – jetzt ist die Aktie wieder oben. Könnte sich der Einstieg lohnen oder drohen neue Turbulenzen?
Supergau: IT-Ausfall mit globalen Folgen
Ein Update des Cybersecurity-Anbieters CrowdStrike hat zu einem gravierenden IT-Ausfall geführt, der weltweit Banken, Flughäfen und andere Unternehmen lahmlegte. Ursache war ein fehlerhaftes Update der Cybersicherheitsplattform CrowdStrike Falcon.
Das Update löste auf Windows-Systemen einen Bluescreen-Fehler aus. Betroffene Geräte konnten nicht mehr neu gestartet werden und steckten in einer Boot-Schleife fest.
Die Folgen waren immens. Zahlreiche Unternehmen und Organisationen waren handlungsunfähig. Finanztransaktionen konnten nicht mehr durchgeführt werden, Fernsehsender konnten nicht mehr live übertragen, Flüge wurden abgesagt und Notrufsysteme fielen teilweise aus.
Falls Ihnen das alles bekannt vorkommt, dann ist das kein Zufall. All das ist jedoch nicht gestern oder heute geschehen, sondern vor etwas mehr als vier Monaten. Doch warum tische ich Ihnen nochmal die Suppe von gestern auf?
Schnee von gestern? Die Lehren für Investoren
Weil ein Rückblick auf die Ereignisse es ermöglicht, Lehren aus der Situation zu ziehen. Im Kontext der Börse lässt sich daraus vor allem eine Sache lernen: Die meisten Nachrichten erscheinen im Moment des Geschehens unglaublich wichtig, nach einer gewissen Zeit interessiert es jedoch niemanden mehr und langfristig sind sie bedeutungslos. Die meisten Anleger könnten heute nicht mal mehr das Unternehmen benennen, das damals die Probleme verursacht hat.
Das zeigt auch das Kursgeschehen. Nachdem ein Update von CrowdStrike weltweit zu IT-Ausfällen geführt hatte, ging es mit den Kursen für einige Tage abwärts, doch dann drehte die Aktie. Heute notiert sie auf demselben Niveau wie vor dem Vorfall.
Ausgehend vom Tief hat die Aktie um 80 % zugelegt. Wie sagt man so schön: In Krisen eröffnen sich die größten Gelegenheiten.
Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird
Wie das Unternehmen gestern mitgeteilt hat, haben die damaligen Vorfälle einen gewissen Gegenwind verursacht. Unterm Strich liegt die Dollar-Based Net Retention Rate trotzdem bei 115 %. Das bedeutet, dass die Bestandskunden ihr Geschäft mit CrowdStrike weiter ausbauen. Darüber hinaus geht man davon aus, dass die Dynamik mittelfristig weiter zunimmt.
Falcon Flex stellt sich demnach immer mehr als Erfolg heraus. Dabei handelt es sich um ein flexibles Abonnementmodell von CrowdStrike, welches Kunden mehr Freiheit und Anpassungsmöglichkeiten bei der Nutzung der Falcon-Plattform bietet. Es wurde entwickelt, um die Einführung der Plattform zu beschleunigen und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit und den Wert der Verträge zu erhöhen. Inzwischen hat man auf dieser Basis Verträge mit einem Gesamtwert von mehr als 1,3 Mrd. USD abgeschlossen. Die Aufträge, die über Falcon Flex abgeschlossen werden, haben im Durchschnitt einen deutlich höheren Wert als abseits davon.
Zahlen, Daten & Perspektiven: Was die Q3-Ergebnisse verraten
Der Gewinn lag in Q3 mit 0,93 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 0,80 USD. Mit einem Umsatz von 1,01 Mrd. USD hat man die Analystenschätzungen von 985 Mio. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 29 % und einem Gewinnsprung um 13 %. Der freie Cashflow war jedoch von 239 auf 231 Mio. USD rückläufig.
Die negativen Auswirkungen der damaligen Vorfälle sind also spürbar, die Umsatzentwicklung deutet jedoch darauf hin, dass sie von vorrübergehender Natur sind.
Darüber hinaus hat man die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von 3,89 – 3,90 auf 3,92 – 3,93 Mrd. USD erhöht und die Gewinnerwartungen von 3,61 – 3,65 auf 3,74 – 3,76 USD je Aktie.
Nachbörslich kam es trotzdem zu einem Kurssturz um 5,85 % auf 343 USD. Kurzfristig ist die Börse eben unberechenbar, langfristig liegt die Korrelation zwischen den Fundamentaldaten und dem Kurs jedoch bei 100 %.
„Often, there is no correlation between the success of a company’s operations and the success of its stock over a few months or even a few years. In the long term, there is a 100 percent correlation between the success of the company and the success of its stock. This disparity is the key to making money; it pays to be patient.“ – Peter Lynch.
CrowdStrike notiert vorbörslich bei 343 USD und somit in der Nähe der Unterstützung bei 335 USD. Es ist wahrscheinlich, dass auf diesem Niveau wieder Kaufinteresse aufkommt.
Fällt die Aktie jedoch unter 335 USD, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 323, 300 oder 283 USD gerechnet werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die weltweite IT-Panne, welche durch ein Softwareupdate von CrowdStrike hervorgerufen wurde, dürfte nicht nur am Image des Cybersicherheitsunternehmens gekratzt zu haben. Vor allem die Konkurrenz wie Palo Alto (PANW) oder SentinelOne (S) scheint davon zu profitieren. Immer mehr Anleger werfen das Handtuch und die CrowdStrike-Aktie ist dieser Tage regelrecht in den Keller gerast.
Beinahe der gesamte Anstieg des Jahres 2024 wurde innerhalb von nur wenigen Tagen vernichtet. Dieses Bild sehen wir bei Extremsituationen immer wieder und die Geschichte wiederholt sich. Aufwärtsbewegungen verlaufen meist Schritt für Schritt und äußerst linear. Die großen Korrekturen kommen wiederum steil und schnell.
Expertenmeinung: Wer glaubt hier ein Schnäppchen ergattern zu können, sollte seine Entscheidung mit Bedacht fällen. Mit dem Absturz leitete die Aktie nicht nur eine bärische Trendphase ein, auch die 200-Tage-Linie, welche sich aktuell bei rund 290 USD befindet, wurde mittlerweile nach unten verletzt.
Gerade langfristige Anleger achten auf diese Ebene und werden sich an der Börse aktuell wohl zunehmend von dem Papier trennen. Zwar rechne ich jederzeit mit einer steilen kurzfristigen Gegenreaktion der Kurse nach Norden, doch dieser Anstieg ist wohl eher was für kurzfristig orientierte Swing Trader. Vorerst stufe ich meine Aussichten auf CrowdStrike auf bärisch ab.
Ein verheerendes Update von CrowdStrike hat weltweit IT-Systeme lahmgelegt und einen dramatischen Absturz der Aktie ausgelöst.
Bluescreen-Albtraum
Das Wort Supergau wird allzu oft verwendet, doch in diesem Fall kann man es nicht anders beschreiben.
Ein Update des Cybersecurity-Anbieters CrowdStrike hat zu einem gravierenden IT-Ausfall geführt, der weltweit Banken, Flughäfen und andere Unternehmen lahmlegte. Ursache war ein fehlerhaftes Update der Cybersicherheitsplattform CrowdStrike Falcon.
Das Update löste auf Windows-Systemen einen Bluescreen-Fehler aus. Betroffene Geräte konnten nicht mehr neu gestartet werden und steckten in einer Boot-Schleife fest.
Die Folgen waren immens. Zahlreiche Unternehmen und Organisationen waren handlungsunfähig. Finanztransaktionen konnten nicht mehr durchgeführt werden, Fernsehsender konnten nicht mehr live übertragen, Flüge wurden abgesagt und Notrufsysteme fielen teilweise aus.
Crowdstrike hat schnell Abhilfe geschaffen
CrowdStrike konnte das Problem nach einigen Stunden identifizieren und einen Workaround veröffentlichen. Betroffene Nutzer mussten ihre Geräte im abgesicherten Modus starten, die fehlerhafte Datei löschen und dann neu starten.
Der Schaden wird dennoch auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.
CrowdStrike hat bereits eingeräumt, dass in der Qualitätssicherung des Updates Fehler gemacht wurden. Das Unternehmen hat angekündigt, die Qualitätssicherungsprozesse zu verbessern und weitere Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren.
Für CrowdStrike ist der Vorfall ein Ereignis mit weitreichenden Folgen. Er hat gezeigt, wie fragil die moderne IT-Infrastruktur ist und wie wichtig es ist, Cybersicherheitssysteme sorgfältig zu entwickeln, zu testen und zu betreiben. Unternehmen müssen sich auf solche Ausfälle vorbereiten und Notfallpläne haben, um den Schaden so gering wie möglich zu halten.
Wie teuer könnte es für CrowdStrike werden?
Es ist fraglich, ob und in welchem Umfang die betroffenen Kunden Schadensersatzansprüche gegen CrowdStrike geltend machen werden.
Es gibt zwar etliche Beispiele dafür, dass Updates von Cybersecurity-Anwendungen zu massiven Problemen geführt haben, ich konnte jedoch keine vergleichbaren Fälle finden, in denen nennenswerte Schadensersatzansprüche geltend gemacht wurden.
Zu Schadensersatzforderungen kam bisher nur, wenn ein dauerhafter Schaden entstanden ist, beispielsweise der Verlust von Daten.
Bei CrowdStrike könnte es aber dennoch der Fall sein. Es wäre durchaus denkbar und vielleicht sogar die beste Strategie, dass das Unternehmen seinen Kunden Entschädigungen anbietet.
Aktuell hat CrowdStrike 3,7 Mrd. USD an Barmitteln. Man könnte sich demnach auch Entschädigungen in Milliardenhöhe leisten, dadurch würden keine grundlegenden Probleme entstehen. Man müsste sich weder überbordend verschulden noch eine gigantische Kapitalerhöhung durchführen.
Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass CrowdStrike dagegen (teilweise) versichert ist.
Dauerhafter Schaden?
Die möglichen Kosten wurden durch den Kurssturz der CrowdStrike-Aktie längst kompensiert. Womöglich ist der Kurssturz sogar übertrieben, denn über Nacht wurden etwa 8,5 Mrd. USD Börsenwert vernichtet.
Damit wird auch einem möglichen Reputationsverlust Rechnung getragen. Wie schwer der allerdings wiegt, ist unmöglich abzuschätzen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass sich der Schaden in Grenzen hält.
Es gibt wohl keinen Cybersecurity-Anbieter, bei dem nicht schon mehrfach Sicherheitslücken entdeckt wurden oder dessen Software nicht schon mehrfach Probleme verursacht hätte.
Bei Palo Alto wurden beispielsweise schon mehrfach Sicherheitslücken entlarvt, trotzdem gehört das Unternehmen zu den Branchenführern und notiert heute am Allzeithoch.
Das könnten die Gründe dafür sein, dass sich die Aktie vorbörslich wieder erholt hat. Zwischenzeitlich lag das Minus bei über 18%, aktuell liegt der Kurs 11,5% im Minus bei 303,94 USD. Auf den zweiten Blick ist der Vorfall nicht so schlimm wie im ersten Moment gedacht.
Aus technischer Sicht ist der Schaden erheblich, egal ob die Aktie heute bei 290 oder 310 USD eröffnen wird.
Wird jetzt die Unterstützungszone bei 280 – 290 USD durchbrochen, könnte sich der Abverkauf in Richtung 238 – 250 USD fortsetzen.
Aus Sicht der Bullen sollte die Aktie also möglichst nicht unter diese Unterstützungszone fallen und es muss unbedingt eine Stabilisierung über 300 USD gelingen. Dann könnte der Spuk schon wieder vorbei sein, das bedeutet aber nicht, dass es mit den Kursen direkt wieder aufwärtsgehen wird.
Die meisten Anleger, die nicht unmittelbar die Reißleine ziehen, werden vorerst abwarten, bis klar ist, wie hoch die Kosten der Panne sind und wie Crowdstrike darauf reagieren wird.