Die Aktie des US-Autoteilehändlers O’Reilly Automotive läuft derzeit von einem Rekordhoch zum nächsten. Und dahinter steckt durchaus Logik. Neben dem argumentativen Rückenwind glänzt aber auch das Chartbild an sich durch einen bislang beeindruckenden Aufwärtstrend.

Wir sehen, dass der Kurs Ende Januar das im Dezember entstandene, bis dahin als Rekordhoch fungierende Zwischenhoch überbot. Es folgte eine Konsolidierungsphase, bei der das alte, jetzt als Support fungierende Hoch zweimal getestet wurde und hielt. Als Folge wurde im Verlauf der vergangenen Woche das zuvor entstandene neue Hoch überboten. Ein idealtypisches Bild, das umso auffälliger daherkommt, als die Aktie im Nasdaq 100 gelistet ist, der sich derzeit in die Gegenrichtung, sprich nach unten, orientiert.
Zwar ist der Kurs im Zuge seines laufenden, im vergangenen Juni etablierten Aufwärtstrends derzeit etwas heißgelaufen, wie der im Chart unten mit eingeblendete Stochastik-Oszillator zeigt. Hinzu kommt, dass sich die Aktie ungewöhnlich weit von ihrer 200-Tage-Linie abgesetzt hat. Beides deutet an, dass eine Korrektur jederzeit denkbar wäre. Aber ob das die Käufer dauerhaft verunsichern und ein Rücksetzer am Ende zu einer Abwärtswende würde, ist eher fraglich. Denn dieser so perfekt daherkommende Trend hat Rückenwind seitens der Rahmenbedingungen.
Expertenmeinung: O’Reilly Automotive, deren Läden unter O’Reilly Auto Parts firmieren, ist ein großer US-Autoteile-Händler, der Werkstätten und Privatkunden mit Autoteilen und Kfz-Zubehör versorgt. Ein Umsatz von 16,7 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr und die Mitarbeiterzahl von 75.000 machen deutlich: Das ist ein „Big Player“ in diesem Bereich. In einem Bereich, dem die Anleger derzeit eine Menge Potenzial zubilligen … und damit keineswegs Luftschlösser bauen, denn:
Durch die jetzt verhängten, immensen Einfuhrzölle … durch das Problem, dass auch US-Autobauer teurer produzieren, weil Stahl- und Aluminiumimporte ebenso einem 25-prozentigen Einfuhrzoll unterliegen … und durch die Ankündigung, dass ab Mai dann auch importierte Autoteile höhere Zölle sehen werden, werden die Neuwagenverkäufe in den USA vermutlich erheblich unter Druck geraten. Viele werden zusehen, dass sie ihre vorhandenen Fahrzeuge lieber intensiver warten und öfter reparieren, statt einfach einen neuen Wagen zu kaufen. Und das würde für O’Reilly steigende Umsätze, Margen und Gewinne bedeuten.
Dass diese Aktie auch weiterhin im Aufwärtstrend läuft, wäre also von der derzeitigen Entwicklung in den USA gestützt. Allerdings sollte man sehen, dass die Aktie mit einem derzeitigen Kurs-/Gewinn-Verhältnis von gut 30 teurer ist als in früheren Jahren, wo diese Bewertung meist zwischen 20 und 25 lag. Da wurde also schon einiges von einer positiven Zukunft vorweggenommen, was sich auch darin zeigt, dass das durchschnittliche Kursziel der Analysten gerade erreicht wurde. Diesem Trend noch hinterherzulaufen, könnte also ein wenig riskant werden. Die Aktie aber in einer Korrektur abzugreifen, sobald der Kurs an/über wichtigen Unterstützungen gedreht hat, wäre allemal einen Gedanken wert.
Quellen:
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/ORLY/analysis/
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