Symrise ist zur zentralen Unterstützung der letzten Jahre zurückgekommen und abgeprallt. Das letzte Mal hat dort eine Rallye von über 40 % begonnen.
Turnarounds als Gelegenheit?
Im Allgemeinen ist es eine schlechte Strategie, auf Turnaround von Unternehmen zu wetten, die in ernsthaften Schwierigkeiten stecken.
Oftmals lassen sich die Probleme nur schwer lösen oder es dauert sehr viel länger, als zuvor angenommen wurde.
Für Anleger enden solche Situationen oft im Fiasko. Teilweise stürzen die Aktien in einem Umfang ab, wie man es anfänglich kaum hätte vorstellen können, und obendrein lässt die erwartete Erholung ewig auf sich warten.
Mit Bayer haben wir in Deutschland ein prominentes und besonders trauriges Beispiel dafür. Das erste Übernahmeangebot für Monsanto wurde 2016 abgegeben, die Fusion wurde 2018 abgeschlossen, doch die Nachwehen halten bis heute an. Die Aktie hat erst kürzlich den tiefsten Stand erreicht, seitdem das Thema erstmals aufgekommen ist.
Mit Wetten auf einen zukünftigen Turnaround sollte man also sehr vorsichtig sein. Die Sache kann schnell nach hinten losgehen. Ganz anders sieht es aus, wenn Unternehmen bereits den geschäftlichen Turnaround geschafft haben und die Kurse trotzdem nicht gestiegen sind.
Operativ stark, doch der Kurs schwächelt – was steckt dahinter?
Danach sieht es bei Symrise aus. Das Unternehmen hat 2022 einen Gewinneinbruch um 27 % auf 2,00 Euro je Aktie verzeichnet, der vor allem auf eine Wertminderung der Beteiligung an Swedencare zurückzuführen war.
Die Abschreibung war notwendig geworden, da der Kurs von Swedencare massiv eingebrochen ist.
Ohne diese Abschreibung hätte das Ergebnis von Symrise bei 2,91 Euro je Aktie gelegen.
Operative Probleme lassen sich demnach nicht erkennen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich die Aktie seither nicht erholt hat.
Es scheint fast so, als würde der Kurs von Symrise an der Kursentwicklung von Swedencare hängen, obwohl die Beteiligung an Swedencare weniger als 200 Mio. Euro wert ist – also weniger als 2 % des Börsenwerts von Symrise.
Die Aktie von Symrise dümpelt dennoch vor sich hin. In den letzten Monaten ist es sogar drastisch abwärtsgegangen. Das KGV ist auf das niedrigste Niveau seit mehr als 10 Jahren gesunken, obwohl es nicht schlecht läuft.
Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr hat Symrise einen Gewinnsprung verzeichnet und ein Rekordergebnis eingefahren. Der Kurs ist dennoch weit von den Hochs oder dem Kursniveau vor 12 Monaten entfernt.
Dadurch hat sich das Chance-Risiko-Verhältnis deutlich verbessert.
Der Umsatz konnte um 5,7 % auf 5,00 Mrd. Euro gesteigert werden, das organische Wachstum lag sogar bei 8,7 %. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert, die EBITDA-Marge konnte von 19,1 % auf 20,7 % gesteigert werden.
Ausblick und Bewertung
Das Ergebnis legte von 2,44 auf 3,42 Euro je Aktie sprunghaft zu. Die Dividende soll von 1,10 auf 1,20 Euro je Aktie steigen, die 15. Erhöhung in Folge.
Symrise verzeichnete in jeder Region und in beiden Geschäftsbereichen Wachstum, die geschäftlichen Resultate haben demnach ein breites Fundament.
Warum die Aktie in Anbetracht dieser Erfolge nicht läuft, ist schwer zu sagen. Die Schwäche des MDAX dürfte ihren Teil beigetragen haben, ebenso die charttechnische Lage.
Für das Jahr 2025 hat Symrise seine Wachstums- und Profitabilitätsziele bestätigt. Der Konzern geht weiterhin davon aus, schneller als der relevante Markt zu wachsen, dessen langfristiges Wachstum bei etwa 3 % bis 4 % erwartet wird. Für den Konzern gilt unverändert die langfristige Wachstumserwartung von 5 % bis 7 % (CAGR), die auch im Jahr 2025 erreicht werden soll.
Symrise strebt für 2025 einen leichten Anstieg der EBITDA-Marge von 20,7 % auf um die 21 % an. Mittelfristig soll die EBITDA-Marge in der Bandbreite von 21 % bis 23 % liegen. Für den freien Cashflow wird mittelfristig eine Quote bezogen auf den Umsatz von mehr als 14 % angestrebt.
Den Schätzungen zufolge soll das Ergebnis in diesem Jahr um 14 % auf 3,92 Euro je Aktie steigen.
Symrise kommt demnach auf ein KGVe von 23,5. In den letzten zehn Jahren lag das KGV per Jahresschluss nie unter 30 und durchschnittlich bei 37.

Das untere Ende der Handelsspanne der letzten Jahre wurde erreicht und hat vorerst gehalten. Für antizyklische Anleger könnte das eine Gelegenheit sein.
Ausgehend von dieser Basis könnte es jetzt zu einer Erholung in Richtung 95 Euro kommen. Darüber kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal.
Fällt die Aktie doch noch unter 88 Euro, trübt sich das Chartbild nachhaltig ein.
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